Konsum

 

 

Wie Sie stolzierend durch innenstädte flanieren können, gaffend und raffsüchtig vor schaufenstern stehen bleiben, obwohl bereits beide Ihrer schultern mit einkaufstaschen behangen sind.

Und dabei denken Sie nichts böses - nein - dabei denken Sie genau Das richtige tun, denn Sie tragen ja dazu bei, daß Der „motor wirtschaft" auch weiterhin rund läuft.

 

Wie toll Sie autofahren können!

Und wie fein Sie sich anziehen!

 

Ja, Es ist erwähnenswert Sie zu bewundern!

 

Wie viele plastiktüten Sie nach Ihren allzu anstrengenden einkäufen noch nach hause schleppen können!

 

Eine wahre meisterleistung!

 

Sie freuen Sich über freie autobahnen, über Ihr neu erwobenes, elektronisches spielzeug

- bis Dieses wärme spendende gefühl verfliegt

- Sie eher Einen schritt weiter hinten und wieder von vorn anfangen müssen um Ihrer kalten einsamkeit flüchtig zu werden.

 

Bemerken Sie wie Sie Sich verdinglichen?

Aussichtslosigkeiten

 

Eine art gefängnis.

Ketten an armen und beinen.

Brot und wasser Zum verzehr.

Mauern schützen Eure freiheit.

 

Entweder legst Du Dich schlafen oder machst Es Dem esel Am alten Brunnen gleich!

„Los, lauf Im kreis! Hüh' und hot! Nur voran, zwischen scheuklappen hindurch! Der geradlinige weg wird Sich vor Dir auftun!"

 

Und Die hoffnung blumt und blüht

– menschen straucheln dann und wann.

Wissen & Wahrheit

 

Ihre lehrbücher mögen wahres sprechen.

 

Doch haben Sie Die annäherung noch nicht hinter Sich, sondern Zum anlaß. Danach vielleicht Ein wortloses, Eine berührung als nächstes ...

 

Ihre weisheit mag Uns länger Am leben halten, doch leben läßt Sie Uns weniger.

 

Wie feststehende häuser, Die Einem in Ihren formen und farben, Die Eigene seßhaftigkeit erträglicher und leichter, sicherer und bekannter machen wollen ...

- doch halten Sie Den wanderer, Den, Der dazwischen geht und Sich nicht für Die Eine als Die bessere, wirklichere seite entscheiden will,

- Sie halten Den, Der gegen Die sonne fliegen will und zugleich, aufgrund Der hitzigkeit Seines vorhabens Vor kälte erstarrt.

 

„Gehe nicht um zu sitzen, liege um zu fliegen.

Einen sanften sturz wünscht Ich!"

Goldschatten

 

Sie werfen schatten, Eure goldene paläste, Eure bauten, Die bis in wolken ragen … Die schillernde scheinheiligkeiten in Ihre nebel werfen.

Und Derer gibt Es noch zu viele – wie Es kriege gibt.

Und sterne gibt Es mehr – so viele wie Es menschen, tiere, pflanzen, seelen gibt.

Hass, Der leid und tod bringt, schürt Sich zu, was Er zum brennen braucht, denn Unsere augen sind verwirrt, skeptisch und doch leichtgläubiger geworden, weil Sie glauben wollen, wissen müssen

– blind waren Wir zu lange.

Sie haben angst Etwas zu verpassen, angst, Das lebenswichtigste vielleicht nicht zu sehen

– wie Es eben vorbeigehuscht ist.

Unlogisch

Wundersame bilder ...

traumhaftigkeiten ...

überirdisches.

Jenes, Das säuselndes fliegen lehrte

– Du kennst Es aus lebendigen nächten, wenn Sich Das grau Des schlafes in Allen farben zeigt, Die Dir von Einer Anderen welt strahlen.

Du hast Sie lieben gelernt, denn Sie sind weder eckig noch kantig wie unsere wolkenkratzer.

Du lerntest Sie wie Ein geheimnis zu bewahren, zu dessen hütung Du wie Jeder Im stande ist.

Samen pflanzten Sich in Deinen kopf, ließen riesenbohnen gleich, ranken in himmel wachsen und zeigten Dir unbekannte gärten.

Jetzt schwärmen kreisend, kreischend-pechschwarze fliegen um Die faulenden früchte Deiner verblaßten phantasie, Der Einen, Die Realität als schwester.

Hast Sie verleugnet!

Hast Sie verraten!

Fluten vergossener tränen strömen Dein gelobtes Land in feurige Höllen.

Lächelnde sonnen sind zu schwarzen monden geworden, Deren dunkler Rücken nun Dein zu hause geworden ist.

Neidvolle Pracht

 

Wie sie ihn beneidet hatten, letzten frühling!

Mit runden, untertassentellergroßen augen, weit aufgerissenen mäulern näherten sie sich seinem prächtigen und dorfbekannten besitztümern.

Nicht, daß sein haus von architektonischer einmaligkeit beseelt war oder die größe seines anwesens solch komisch anmutendenen, mimischen verformungen forderte - nein, der grund für jene, ihn belustigenden gesichtsverzerrungen, lag im allerseits anerkannt und von vielen beneideten, wachsendem glanz seines ach so! geliebt und gepflegten prunkstückes:

seinem garten.

Zumeist beim sonntäglichen nachmittagsspaziergang und auch an gewöhnlichen arbeitstagen, trieb seine nahen und entfernteren nachbarn, der wunsch eines kurzen augenblicks auf die wohlgezüchtete sowie ordnungsgemäß gepflanzte blumenpracht die gleichförmig steigende anhöhe hinauf, einer betonierten straße folgend ...

 

 

 

DIE FRIEDLICHE TAUBE

 

Jetzt liegt Sie.

Ruhig und still.

Auf beton gebettet.

 

Eben noch bewegte Sich ein flügel,

Wollte Sich aufbäumen,

Wollte Sich in ferne sphären erheben.

Eben noch!

 

Zuvor?

Ein kurzer,

Ein gezielter hieb.

Die spitze eines blauen regenschirms,

Der einen hellen holzgriff hatte.

Eine hand hielt ihn fest.

Kurz ausgeholt,

Dann – ein hieb.

 

Sie liegt jetzt.

Still und ruhig. 

Gebettet auf beton.

Ein Freund

 

Es gibt orte, an Die Ich Mich wende, in Die Ich Mich zurückziehe.

Ein beispiel, Mein liebestes beispiel derzeit ist Ein cafe in köln.

Zumeisten läuft hier Dieselbe musik wie Am vortag

- also gehe Ich täglich dorthin.

 

Ja, Ich fühle Mich in gewohntem wohl - wie Sie.

Sie ziehen doch auch bekanntes Dem unbekanntem vor?

 

Und dann sitzte Ich da, auf Einem knarrenden, hölzernen stuhl. Die Anderen drei stühle Am tisch sind natürlich leer.

So sitze Ich also allein mit Meinen freunden, Einem stift, Einem block papier, Einem kaffee und Einem päckchen tabak, an Diesem tisch und schreibe.

Wenn Ich schreibe, ziehe Ich Mich zurück, dann kann Ich von Mir erzählen.

Schreiben ist Ein freund, Mein einziger freund Der immer da ist.

Auch wenn Er Ein widerspenstiger und aufrührerischer ist - lässt Er Mich von Mir erzählen, ohne unablässig darauf zu warten bis Er endlich an Der reihe ist..